Liederkranz auf Konzertreise in La Fère
Freitag, den 21. Juni 2013

Der Liederkranz Ochsenhausen startete am Pfingstsamstag in aller Frühe zu einer Konzertreise nach Frankreich. Eingeladen zum gemeinsamen Chorkonzert hatten Stadt und Partnerschaftskomitee von La Fère. Ziel sei es, so der Präsident Alain Delcroix, "die Freundschaftsbande auf allen Ebenen zu fördern". Für den Liederkranz war dies eine weitere schöne Gelegenheit, Frankreich besser kennen zu lernen.

Schon im Bus gab der "französische Schwabe", Joachim Romeu, einen Crashkurs über die Besonderheiten der französischen Sprache: Man lebe nicht wie Gott in Frankreich, wie es bei uns heißt, sondern wie der Papst in Avignon! Noch reiste die Sonne mit. In Nancy, der Stadt, die zum europäischen Kulturdenkmal zählt, trank man den  ersten Café au lait auf dem herrlichen Platz Stanislas mit seinen prunkvollen Fassaden aus dem 18. Jahrhundert. Weiter ging es durch die Champagne, vorbei an vielen Soldatenfriedhöfen. Hier wurde augenfällig, wie wichtig es ist an der Partnerschaft zwischen den beiden Ländern und an einem geeinten Europa zu arbeiten. Gegen Abend erreichte der Bus La Fère. Ochsenhausen wurde von einer Delegation der Partnerschaft freundschaftlich empfangen und im Festsaal vom Bürgermeister Deneuville und dem Präsidenten Delcroix herzlich begrüßt. Nach einem Umtrunk fuhr der Bus weiter nach Laon, wo man im Hotel "Premiere Classe" Quartier bezog. Im mittelalterlichen Ambiente von "Coucy le Château" endete der Tag bei einem guten Abendessen. Einige Chormittglieder übernachteten bei französischen Freunden.

Pfingstsonntag, der sich wettermäßig leider nicht von seiner lieblichen Seite zeigte, besichtigte man die Hochstadt Laon mit ihrer berühmten gotischen Kathedrale, auf einem Felsensporn gelegen. Den Ochsen, die beim Bau der gewaltigen Kirche mühevoll das Baumaterial auf den Berg zogen, wurde in luftiger Höhe ein Denkmal gesetzt. Eine nette Parallele zu Ochsenhausen. Am Abend fand dann der eigentliche Höhepunkt der Reise statt,  nämlich das gemeinsame Konzert der Chöre aus La Fère und Ochsenhausen. In der vollbesetzten Kirche St. Montain traten zuerst die Chöre "Chrysalide" und "Musico" auf; sie bildeten gemeinsam einen Projektchor, der  vor allem folkloristische Musik darbot. Für die Ochsenhausener war es ungewöhnlich, diese Musik in einer Kirche zu hören. Auch das gemeinsame Stück "Champs Elysée", das man abwechselnd deutsch und französisch sang, war zunächst gewöhnungsbedürftig, machte dann doch Spaß und war vor allem Ausdruck einer musikalischen Jumelage. Der Liederkranz blieb seiner klassischen Linie treu und bot einen Querschnitt durch die geistliche Musik mehrerer Epochen. Sichtlich ergriffen waren die Zuhörer und sparten nicht mit herzlichem Applaus und großem Lob. Danach lud der Bürgermeister von La Fère zu einem gemeinsamen Abendessen in die "Salle des Fêtes" ein. In seiner Rede erinnerte er an die Anfänge der Partnerschaft, die mit M. Martin und Herrn Ritter im Jahre 1965 begonnen hatten. Seit dieser Zeit gab es viele gemeinsame Treffen. Erst im letzten Jahr war ein Sprachkurs zu Gast in Ochsenhausen. Die Übersetzung übernahm Joachim Romeu wieder so humorvoll, dass die zu einen Highlight des Abends wurde. Zeitweilig war man an den Sketch "Hannes und der Bürgermeister" erinnert. Im Anschluss überraschte das Partnerschaftskomitee  von La Fère jeden Sänger mit einem gravierten Champagnerglas zur Erinnerung an den Besuch. Der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees von Ochsenhausen, Lothar Merk, überreichte dem Bürgermeister Deneuville und dem Vorsitzenden Delcroix, sowie allen, die zum Gelingen des Treffens beigetragen hatten, eine gute Flasche Wein vom Bodensee. Der Abend klang fröhlich aus mit französischen und deutschen Liedern, begleitet vom "Maître  de Plaisir", Werner Altvater, mit der Ziehharmonika.

Am Pfingstmontag stand Paris auf den Programm. Bei einer Stadtrundfahrt mit dem Bus bewies Joachim, der gebürtige Pariser, seine guten Ortskenntnisse und zeigte seine Geburtsstadt auf besondere Weise. Mit einer Fahrt auf der Seine mit dem "Bâteau Mouche" konnte man Paris vom Wasser aus entdecken. Inzwischen organisierte Joachim Sandwiches aus der "besten Bäckerei von Paris" per Bus, die man bei strömenden Regen in den Tuillerien verspeiste. Dienstag war schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Vor dem Hotel versammelten sich die deutschen und französischen Freunde und versprachen sich bald wieder zu besuchen. Auf der Heimfahrt wurde ein Stopp in Reims eingelegt, um die herrliche gotische Kathedrale, Krönungsort  aller  französischen Könige und Vorbild für "Notre Dame"  in Paris, zu besichtigen. Der lächelnde Engel am Eingangsportal und die Fenster von Marc Chagall hinterließen einen bleibenden Eindruck. Eine Fahrt durch die Champagne, ohne eine Champagnerkellerei zu besuchen, wäre wohl eine vertane Chance. In Epernay,  bei Mercier, fuhr man durch riesige Gewölbeanlagen und konnte anschließend ein Glas Champagner verkosten. Für manchen eine willkommene Gelegenheit, sich mit dem edlen Tropfen zu versorgen. So gestärkt fuhr man zügig der Heimat zu und erreichte Ochsenhausen wohlbehalten gegen Abend. Ereignisreiche Tage, ein schönes Konzert und viele besondere Begegnungen werden im Gedächtnis bleiben. Ingrid Buri